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Am Eingang unserer hauswirtschaftlichen Ausstellung steht nicht zufällig ein Webstuhl. Das Weben gehört nämlich zu den größten Erfindungen der Menschheitsgeschichte. Und bis heute hat sich die Grundtechnik nur wenig verändert.

Webstühle wurden komplett aus Holz gefertigt. In der Regel waren alle Teile mit Zapfen verbunden, sodass man den Webstuhl leicht auf- und abbauen konnte. Viele Bauern, die es sich leisten konnten, hatten früher ihren eigenen Webstuhl.

Das Weben ist eine gleichförmige Arbeit, die dabei höchste Genauigkeit erfordert, um erstklassige Ergebnisse zu erhalten. Ein guter Weber schaffte etwas fünf bis sechs Meter Leinengewebe am Tag.

Ausgangsmaterial war meist die Leinenfaser. Diese wurde aus Flachs, einer der ältesten Kulturpflanzen, gewonnen.

Aus dem gewebten Leinwandstoff fertigte man Kleidungsstücke, Haushaltswäsche aller Art und vieles mehr. Auch heute ist Leinen bei ökologisch orientierten Kunden wieder zunehmend gefragt.

Wo früher ein Kloster stand, gab es auch eine Mühle. Genauso war es in Himmelpforten. Das Kloster Porta Coeli besaß eine Wassermühle am Mühlenbach. Seit Auflösung des Klosters 1648 gehörte die Mühle den jeweiligen Landesherren.

Die Mühle wurde von einem Müller betrieben, der dafür Pacht zu zahlen hatte in Form von "reinem, untadeligen" Roggen. Auch wer sein Getreide mahlen lassen wollte, zahlte nicht mit Geld oder Gold, sondern überließ dem Müller einen festgelegten Teil seines Korns als Mahllohn.

Grundlage für den Betrieb der Wassermühle war das Staurecht für den Mühlenbach. Dieses Recht wurde durch den jeweiligen Landesherrn verliehen. Die Mühle in Himmelpforten war für elf Dörfer in der Umgebung zuständig. Mehrere Jahrhunderte lang war sie in Betrieb, bis im Jahre 1935 ein Hochwasser das Wehr und wichtige Teile der Mühle zerstörte.

Zu der Zeit gab es aber schon längst eine Windmühle. Einen sogenannten Galerie-Holländer mit einem vierstöckigen Grundgebäude. Die Mühle erhielt bereits 1907 eine Dampfmaschine und konnte fortan unabhängig vom Wind betrieben werden. Sie war bis 1971 zum Kornmahlen im Einsatz und wurde später renoviert.

Heute befindet sich im Mühlenturm ein Restaurant und im Erdgeschoss ein Baumarkt.

Die Fässer hier unterscheiden sich in Form und Größe, je nachdem wofür sie verwendet wurden. Allen gemeinsam ist, dass sie aus länglichen Holzstücken, den sogenannten Dauben, zusammengesetzt sind. Der Böttcher braucht für seine Arbeit spezielle Werkzeuge und viel Erfahrung. Schließlich müssen die Dauben und alle anderen Teile so präzise gefertigt werden, dass das Fass am Ende hundertprozentig dicht ist. Zuerst werden die Dauben hergestellt - meist aus astlosem Eichenholz - und mit einem Montagereifen zusammengehalten. Wenn Sie genau hinschauen, sehen Sie, dass die Fässer leicht gewölbt sind und nach oben und unten hin enger werden. Dafür müssen die Dauben gebogen werden. Eine schwierige und anstrengende Arbeit. Mehrfach werden die Hölzer nass gemacht und über einem Feuer erwärmt, bis sie geschmeidig und biegsam geworden sind. An dem Fassrumpf, der jetzt seine bauchige Form hat, wird der Montagereifen entfernt und durch die endgültigen Reifen aus Eisen ersetzt. Dafür benötigt man ein Spezialwerkzeug, den Bandhaken, um die Reifen über die Dauben zu ziehen. Am Ende werden die Böden passgenau hergestellt und eingesetzt. Aber warum muss ein Böttcherfass gewölbt sein? Nur so kann man das Fass richtig dicht bekommen. Denn die Form macht es möglich, eiserne Reifen auf die Wölbung hinaufzutreiben, die die Dauben extrem zusammen pressen.

Kleine transportable Öfen waren noch weit ins 19te Jahrhundert bei Kirchgängerinnen und Marktfrauen im Einsatz.
Die Fürkieke war mit ausgebrannten glühenden Torfkohlen gefüllt und wurde einfach unter den Rock geschoben.

Die durchbrochenen Wände regulierten die Wärme und die Luftzufuhr.

Neben verschiedenen Modellen aus Metall steht auch eines aus Holz im Heimat- und Schulmuseum Himmelpforeten.

Etwas in die Ecke gedrückt zwischen Stellmacherei und Böttcherei steht im Heimat- und Schulmuseum eine Rofshaar Zupfmaschine. Wir mussten auch erst googln um Details dazu zu erfahren.
Im Polytechnischen Journal von 1880 sind wir fündig geworden.
http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj236/ar236086
Dort steht unter anderem:
"Die von den Roſshaarspinnereien bearbeiteten Roſshaare kommen bekanntlich in Form von gedrehten Zöpfen in den Handel und müssen vor der Verwendung für Möbel, Matratzen u. dgl. aus einander gezupft werden. Es geschieht dies bis jetzt vorwiegend durch Handarbeit. In neuerer Zeit sind jedoch verschiedene Apparate oder Maschinen ausgeführt worden, welche diese Arbeit bei geringerem Abfall mit groſser Zeit- und Kraftersparniſs verrichten und die sich bereits in Privatgeschäften wie auch in Eisenbahn-Reparaturwerkstätten Eingang verschafft haben, da sie altes Haar ebenso gut zupfen wie neues.
...... Die zu zupfenden Roſshaarzöpfe werden zwischen den am Ende des Auflegetisches eingesetzten Stiften, welche ein seitliches Führen der Zöpfe nach den Lagern und Schmierlöchern hin verhüten und diese dadurch von Staub und Schmutz freihalten, mit den Enden zwischen die Zuführungscylinder gelegt und werden durch die Rotation derselben in die Maschine hineingezogen. Auf der Innenseite werden sie von Zähnen der Trommel, welche mit grosser Geschwindigkeit an den Cylindern vorbeigehen, gekämmt und kommen fertig gezupft auf der gegenüber liegenden Seite der Maschine heraus."

- Pachtvertrag -

Erst vor kurzem hat unser Museum einen schön geschriebenen Meierbrief aus dem Jahre 1842 bekommen in dem das Königl. Groszbr.-Hannoversche Amt einem "Levin Hoops" einen Meierhof zur Bewirtschaftung überläßt.

Ein Meierbrief war die vertragliche Regelung zwischen dem Großgrundbesitzer und seinem Pachtbauern. Es wurden Rechte und Pflichten sowie Abgaben und Leistungen geregelt.

Ebenfalls wurden die Belastungen des Hofes durch Altenteiler und Geschwister in allen Einzelheiten festgelegt.
Bei der Hofübernahme wurde ein neuer Meierbrief in zweifacher Ausführung aufgesetzt.

- Insektenfallen -

Das Fliegenglas in unserem Museum ist vielen Besuchern immer wieder ein Rätsel. Es ist eine traditionelle Version einer Insektenfalle, auch als Wespenglas oder Fliegenfangglas bezeichnet.

Fliedenglas

Es ist eine Glaskeraffe die auf kleinen Füßen steht mit einem nach innen gewöbtem Boden der in der Mitte ein Loch hat und der eine Rinne bildet, die mit einer Flüssigkeit gefüllt wird die die Insekten anlockt.
Dies kann Fruchtsaft, Limonade, Honigwasser oder eine ähnliche süße Flüssigkeit sein.

Um zu vermeiden das Bienen angelockt werden kann man der Flüssigkeit etwas Bier hinzufügen.

Durch den Geruch der Flüssigkeit angelockt gelangen die Insekten von unten in Falle, aus der sie nicht wieder herausfinden, da sie versuchen nach oben zu entkommen, wo aber der Weg durch einen Stöpsel versperrt ist. Nach einiger Zeit ertrinken sie in der Flüssigkeit.

Heute sind sie aus nahe liegenden Gründen nicht mehr im Einsatz.

Küche im Museum

Wer in unserem Museum den Rettungsring mit der Aufschrift "Gemeinde Himmelpforten" entdeckt wird sich sicher fragen was soll das Ding denn. Hier kommt die Geschichte dazu:

Gegen Ende des 19ten Jahrhunderts fand sich in Himmelpforten ein kleiner Interessenkreis zur Schaffung einer Badegelegenheit am Mühlenbach. Um 1890 gründeten der Kaufmann Paul Schrader, Mühlenbesitzer Wilhelm Wehber, Postverwalter Heinrich Möller, Dr. med. Henckel u. a. zu diesem Zweck einen Badehausverein. Aus eigenen Mitteln errichtete man im Mühlenbach bei der Wehberschen
Windmühle eine hölzerne Badehütte mit zwei Kabinen, von der ein schmaler Laufsteg zum Ufer führte:
»Jede Kabine hatte eine doppelte, in den Mühlenbach hinausführende Klappe, durch welche man aus dem im Innern der Kabine befindlichen Wasserbassin in den Mühlenbach hinausschwimmen konnte. Für die Benutzung der zwei Badekabinen wurden im Frühjahr von den Teilhabern ein nach Stunden eingeteilter Benutzungsplan aufgestellt, welcher dann in den Kabinen aushing, während
die Schlüssel zu den beiden Badekabinen auf der Fensterbank des Flurfensters im Wehberschen Hause bereit lagen.

Ab 1922 wurde die Badeanstalt nicht mehr vom hiesigen Badehausverein betreut und gereinigt, sondern von der Gemeinde. Die Badeanstalt stand auch den Schulklassen offen. Im Jahr 1925 bildete sich eine »Gemeinnützige Gesellschaft zur Hebung des Badewesens«, deren Anliegen es
war, die Badegelegenheit zu verbessern und statt des alten Badehauses ein neues zu bauen. Die dafür erforderlichen Mittel brachte man durch eine Sammlung auf und 1926 wurde das neue Badehaus fertiggestellt. Am Ende des 2. Weltkrieges brach man es ab.
Möller, J.: unveröffentlichte Aufzeichnungen, 1960.

Schusterkugel oder auch Schusterlampe.

Schusterkugel

Um die Wirkung der Schusterkugel zu demonstrieren ist unser Museum (zum Glück) viel zu gut ausgeleuchtet.
Diese mit Wasser gefüllten Glaskugeln wurden vor der Erfindung des elektrischen Lichtes von Schustern benutzt um das schwache Licht des Sonnenlichtes das durch die damals kleinen Fenster in die Werkstatt schien oder später am Tag das Licht einer Kerze oder einer Öllampe zu sammeln und auf den Arbeitsplatz zu fokussieren.
Geschickt aufgestellt konnte man auch einen weiteren Arbeitsplatz damit beleuchten.
Ein Nebenaspekt war, das die Wärmestrahlung der Lichtquelle von hitzeempfindlichen Materialien fern gehalten werden konnte.

Waschmaschine aus den 1920er Jahren.

In den 1920er Jahren entstanden die ersten als Kugel gestalteten elektrisch angetriebenen Trommelwaschmaschinen. Zu sehen im Obergeschoss des Heimat-und Schulmuseums Himmelpforten im Raum der Hauswirtschaft.

Die Waschtrommel besteht aus Messingblech und ist innen und außen vernickelt. Die Lagerzapfen der Trommel sind ebenfalls aus vernickeltem Messing und mit Durchbohrungen für den Wasserzu- und ablauf versehen. Sämtliche Gleitlager sind mit einer Dauerschmierung versehen, die über Jahre hinaus eine Wartung überflüssig machen. Die auf den Lagerzapfen angebrachten Handgrife bestehen aus einem wärmeisolierenden Werkstoff.

Die Waschmaschine W5 wird durch einen Universalmotor für Gleich- und Wechselstrom angetrieben. Die Übertragung auf die Waschtrommel erfolgt durch einen in die Waschtrommel eingeprägten Zahnkranz, und steht in Eingriff mit dem Ritzel der Motorwelle. Der Deckel wird durch einen zentralen Verschluss geschlossen. Das aus Stahlblech gearbeitete Gestell wurde mit ofengebranntem Lack majolikaartig überzogen.

Wer sich schon einmal orientieren möchte, bevor er am Sonntag von 14:00 - 17:00 das Museum besucht, hier haben wir einen virtuellen Rundgang erstellt.

Links ist die Hauptnavigation die man bei Bedarft mit dem "Hamburger Icon", den 3 waagerechten Strichen aus und wieder einschalten kann.
Die Menu Leiste unten im Bild erlaubt es herein und heraus zu zoomen, die automatische Rotation zu stoppen und wichtig mit den 3 Punkten die Vorschaubilder ein und aus zu schalten über die man direkt in einzelne Räume springen kann. Der letzte Knopf ist die Vollbildanzeige.
Von Raum zu Raum kommt man dann in den 360° Bildern mit klick auf die Symbole in den Türen.

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Bei meinem ersten Besuch im Heimat- und Schulmuseum Himmelpforten nach der Winterpause konnte ich fest stellen das das Museum durch eine verbesserte Beleuchtung gewonnen hat. 

Öffnungszeiten

zur Zeit geschlossen

Kontakt

Poststraße 6 A (Kamphof)
21709 Himmelpforten

Postanschrift:
Rosenstraße 3
21709 Himmelpforten

Paul Schrader 04144/8209
Kurt Thomsen 04140/582

E-Mail:

info@museum-himmelpforten.de

Neuigkeiten

Webstuhl

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Himmelpfortener Mühle

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